10. Juli 2009

Latest News

Klausuren in vollem Gange, noch bis Donnerstag und dann erstmal zwei Monate lang ausschlafen und faulenzen. Das wird ein Spaß. Seminararbeit fertig, wird bald abgegeben, Präsentation äußerst erfolgreich (Zitat Professor: (…) eine der besten Präsentationen die ich jemals gehört habe). Macht Spaß.

Praktikantenstelle immer noch keine gefunden, allerdings zuversichtlich, von einem Institut Zusage zu erhalten. Zum Blog: Irgendwie ein wenig demotiviert noch sinnvollen Content zu liefern, wenn 90% der Suchanfragen, die zu den Artikeln hier führen, aus Stichworten wie „Piss Tube“ oder „Longhud“ oder „ICQ Search entfernen“ bestehen… ja, das demotiviert tatsächlich ungemein, weil sich die Gedichte keine Sau durchliest aber Leute hier vorbeikommen die ursprünglich nach Pinkelpornos gesucht haben :/

Whatever, die URL casinofreund.de leitet jetzt wieder standardmäßig auf meinen Blog um, läuft allerdings Ende des Jahres aus. Bis dahin raff ich mich vielleicht wieder auf hier und da etwas zu schreiben.
Ich wünsch erstmal allen ein schönes Wochenende und viel Erfolg bei dem, was sie sich vorgenommen haben. Und sei es nur, sich mal wieder ordentlich zu betrinken ;)

10. Juni 2009

Goodbye!

Casinofreund.de wird ab dem heutigen Tag offiziell nur noch unter http://rkj87.wordpress.com/ zu finden sein.
Die Domain wird bis dahin bei Sedo geparkt und, falls niemand Interesse zeigt, aufgelöst.
Also keine Zeit für Tränen, der Blog bleibt vorerst erhalten, nur unter de.-Adresse wird sich in Zukunft eher Werbung verstecken als gewohnter CF-Content.

LG

2. Juni 2009

Karstadt Guerilla

2. Juni 2009

Jan Tenner

Kennt noch jemanden diesen duften „erfolgreichen Superstudenten“?

Anhören und in Nostalgie schwelgen kann man hier!

2. Juni 2009

Impressionen

Man surft ohne wirkliches Ziel frühmorgens um Sieben durch die Weiten des Internets und findet dabei allerlei belustigende Dinge.

2. Juni 2009

BILD-Zeitungs-Kontraindikator?

Seit Jahren großer Beliebtheit erfreut sich unter Profis auch der sog. BILD-Zeitungs-Kontraindikator – sprich: Jubiliert das Massenblatt über stetig neue Höhen erklimmende Kurse, ist es Zeit zu verkaufen, jammert BILD hingegen über Kapitalvernichtung und Börsencrash, sollten Sie einsteigen – eine Vorgangsweise, die in den letzten Jahren durchaus Erfolg gebracht hätte!

Gerhard Höller für philognosie.net
Ein sympathischer Kerl, hat einige interessante Artikel veröffentlicht.
Mehr von ihm unter

http://www.philognosie.net/index.php/author/view/35/

27. Mai 2009

Dirty Diary 7

Zerhackte Fische

Mit der Luft wehte eine lauwarme Brise Salz
die Sonne schickte ihre letzten wärmenden Strahlen
über die sorgenlosen Gesichter der Passanten
und die Wolken paarten sich
am blutunterlaufenen Horizont
Wenn man sein eigenes Spiegelbild im Ozean sieht
die Hose hochgekrempelt
und die Füße im kühlen Wasser
fühlt sich die Welt sanfter an als sonst
weil alles zur Ruhe kommt
und du hörst wie die Bierflaschen sich öffnen
und nicht weit entfernt die Menschen am Strand hocken
und sich keine Gedanken machen
Die Hektik und Tragik
all der melodramatische Blödsinn der modernen Welt
wird ersetzt durch Anmut
und was du glaubst zu sein
wird weggespült
und endet als Schaum am anderen Ende des Meeres
an der Küste irgendeiner Insel
Seemöwen saßen auf ihren Felsvorsprüngen
mich überkam das Gefühl
sie würden nach etwas Ausschau halten
um die Arbeit nieder zu legen
Vielleicht um Karten zu spielen
oder Reiswein zu trinken
Entzückte Blicke der Menschen
wenn sich wieder eine im Sturzflug einem Fisch näherte
der sein Spatzenhirn
für den Bruchteil einer Sekunde aus dem Wasser hielt
Ich machte mir nichts daraus
und saß oft regungslos da
ohne mir große Gedanken zu machen
weder über Gott
noch um sein Werk
Das alles war geschehen
Den Rest würde ich auch noch überleben
und auf die Zeit hatte ich ohnehin keinen Einfluss
also rüstete ich mich mit einer Schachtel Zigaretten
und genügend Bierflaschen aus
um den Rest der Nacht
so zu nehmen wie er kommen würde

26. Mai 2009

Dirty Diary 6

Milchzähne und Krokodile

Wenn ich aus meinem Zimmer schaue
hinweg über den Stadtpark
und die vielen Bäume und Äste
sehe ich in der Ferne die Autobahn.
Manchmal liege ich tief in der Nacht
mit offenen Augen auf meinem Bett
und starre ins Dunkel
während ein paar Schritte weiter
Lastwagenfahrer am Lenkrad einschlafen
in jeder beliebigen Großstadt
mindestens ein Dutzend besoffener Arbeitsloser
aus den Kneipen taumelt.
Dort draußen
entledigen sich Jugendliche
um jene Uhrzeiten
hin und wieder
gegenseitig ihrer Zähne
die kleinen Beißerchen fliegen
dann in hohen Bögen durch die Lüfte
und Stunden später betrachten
die Jungs dann durch die Gitterstäbe
hindurch ein beliebiges Büro auf der
gegenüberliegenden Straßenseite.
Hin und wieder parkt einer sein Auto davor
rennt hastig die Wendeltreppen hinauf
um rechtzeitig im Büro anzukommen.
Und sonst wo zieht ein beliebiger
Buchhalter den Strich unter die Jahresbilanz
rückt sich die Krawatte zurecht
und betrachtet sich
mit trauriger Miene
im Spiegel.
Er beschließt
ein letztes Mal seine Frau anzurufen
die aber wiederum geht nicht ans Telefon
weil sie gegenwärtig mit dem Briefträger beschäftigt ist
Das gibt dem Buchhalter den Rest
auch wenn er es nur ahnt
und er geht auf seinen
wackeligen Beinen
eine Runde durch den Park.
Ein Jogger kreuzt seinen Weg
ringt nach Luft.
Der letzte Milchzahn
knallt auf den verregneten
kalten Asphalt
und der Regen spült ihn
durch einen verrosteten Abfluss
hinab in die Kanalisation
wo ihn eines dieser
beschissenen Krokodile findet
und wie sein eigenes Junge großzieht.
Dieser Zahn wird seiner Art fremd sein
womöglich wird er mutieren
oder zumindest in Zeiten der Pubertät
sonderbare Wesenszüge annehmen.
Der Tarzan unter den Zähnen
denkt sich der Buchhalter.
Er nickt dem Jogger zu
wünscht den Jugendlichen
alles erdenklich Gute
für die Zukunft
und bläst sich hinter einem
hohen Strauch den Schädel weg.
Die Vögel werden durch den Knall
kurz aufschrecken und sich ebenso
schnell wieder beruhigen
ihr Puls wird sich normalisieren
und die Sanduhr eines weiteren
Menschen ablaufen
ohne dass es irgendeine Sau kümmern
würde.

26. Mai 2009

Dirty Diary 5

Schusssicher

werden mir die Götter wohlgesonnen sein
und mein Kühlschrank wird es ihnen gleich tun.
Meine Lungen werden zum ersten Mal
die salzige Luft des Meeres einatmen
und nicht mehr nur den kalten Rauch von Selbstgedrehten
und meine Zunge wird sich anfühlen
wie eine Zunge sich nun mal anfühlt
ohne diesen pelzigen Geschmack
und den widerlichen Belag.
Ich werde mich erheben
und Erleichterung spüren
denn die Schmerzen in meiner Brust
werden verfliegen
all die toten Jahre
diese unnütz verbrachte Zeit des Leidens
wird sich auszahlen
und ich werde den Pein
und die Trauer
doppelt aufwiegen
und mir davon
belegte Brötchen kaufen
bis sie mir
zum Hals raushängen
Der Himmel wird sich mir auftun
und die Sonne mich mit fröhlicher Miene
willkommen heißen
während die Steuerberater
dort unten auf der Erde
in ihrem Mercedes
Bekanntschaft mit einem
mächtigen Schlagloch machen werden
das sich über Meter hinweg
über die Autobahn erstreckt
und sie alle auf direktem Weg
in den Tod reißen wird
kurz nachdem sie
ihre Bilanzen abgeschlossen haben
Ich werde die Wanduhren
in meiner Wohnung zertrümmern
das Bild meines Großvaters
von meinem Schreibtisch verbannen
und es verbrennen
Ich werde einer Bande von Straßenkids
Sonnenbrillen und Munition kaufen
Aber nie in meinem Leben
werde ich das Wort
„schusssicher“
wieder in einem
Gedicht verwenden.

25. Mai 2009

Dirty Diary 3 (oder 4?)

Im Rahmen der Möglichkeiten

Ich bestellte mir das Leben als Sparmenü
In der verzweifelten Hoffnung
Mit würde danach noch genug übrig bleiben
Für einen schmackhaften Nachtisch.

Mein Banknachbar
Folgte wohl denselben Gedanken
Als er sich für die kostengünstigere
Alternative entschied.

Am späten Abend
Bei Wein und Kerzenlicht
Trafen sich unsere Blicke
Und ich bemerkte seine Tränen.

Alter, sagte ich, was hast du?
War doch gut, für den Preis.
Er musterte mich lange Zeit
Als er in hysterisches Lachen verfiel
Und mich anschrie.

Eben, brüllte er den Kellner an,
Genau das ist es doch
Was mich so bedrückt
Und mir zu schaffen macht.

Nur frage ich mich ernsthaft,
ob ich mich nicht hätte entscheiden sollen
für Pommes mit Beilagen
und auf das Restgeld scheißen.

Keine Ahnung
Was aus dem Kerl wurde.
Vielleicht vom Auto überrollt.
Wahrscheinlich, sogar.
Oder ne Familie gegründet,
Eigenheim und so.

Ich schenkte dem Kellner
Mein Restgeld
Und schlenderte betrunken
In die tiefe Nacht hinein
Als gäbe es kein Morgen.